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Das Silvesterchlausen

Die schönen Chläuse
Ein Schuppel von schönen Chläusen besteht heute üblicherweise aus sechs Burschen, zwei «Rolli» und vier «Schelli». Die Rollenweiber tragen gewaltige radförmige Hauben auf dem Kopf und sind in eine Art Frauentracht gekleidet. Die Schellenchläuse tragen auf dem Rücken und der Brust je eine Senntumsschelle, die mit verzierten Lederbändern über den Schultern zusammengehängt sind. Auf den Köpfen der Schellenchläuse befinden sich flache, im Grundriss ungefähr rechteckige Hüte, deren Seite und untere Fläche in der gleichen Weise wie die Hauben der «Rolli» mit Tausenden von Glaskügelchen, farbigen Kordeln, Metallfolien und Silberpapier verziert sind. In den Nischen der Hauben und auf der oberen Fläche der Hüte werden mit sorgfältig geschnitzten Figürchen Szenen aus dem ländlichen Leben dargestellt, eine Alpfahrt zum Beispiel oder Handwerker und Bauern an der Arbeit. Eine mit Silberborten besetzte, aus einfarbigem Sammet gearbeitete Tracht, weisse Strümpfe und schwere Schuhe vervollständigen die Ausrüstung.
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Neuere Formen
Die Natur- oder Waldchläuse, im Volksmund viel treffender auch etwa als die «schö-wüeschte» bezeichnet, sind, wie dieser zweite Name verrät, eine Form zwischen den bereits geschilderten schönen Chläusen und den «wüeschten». In der Mitte der sechziger Jahre trat eine Urnäscher Gruppe zum erstenmal so auf. Für Mäntel und Hüte werden Naturmaterialien verwendet, und zwar mit sehr viel Sinn für dekorative Wirkung. Zudem werden auf den Kopfbedeckungen und in Nischen an den Mänteln ähnliche Szenen dargestellt, wie das die schönen Chläuse tun.
Die «wüeschte» Chläuse tragen oft furchterregende Masken, die aus Papiermaché, Schweine- oder Rinderzähnen, Knochen und anderen Naturprodukten angefertigt werden. Hosen, Kopfbedeckung und Mäntel werden mit Heu, Stroh, Tannenreisig, Stechlaub oder ähnlichen Materialien besteckt. Unter dem Mantel, nur halb sichtbar, tragen die «Mannevölcher» eine Schelle, die an einem Strick über eine Schulter gehängt wird.