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"Vo äägelige Lüüt" - und anderen Dorfgeschichten

25. März 2018 bis 14. Januar 2019

 

Das Appenzeller Brauchtumsmuseum am Dorfplatz in Urnäsch nutzt die kürzlich im Appenzel­ler Verlag erschienene und von Esther Ferrari verfasste Publikation «Vo äägelige Ur­näscher», um sich im Rahmen einer Sonderausstellung Dorfgeschichten und damit verbundenen Menschen anzunähern. Die von Kuratorin Ursula Karbacher und Kuratoriums-Mitarbeiter Walter Frick attraktiv gestaltete Ausstellung auf zwei Geschossen illustriert die vielfältige Welt spezieller Menschen am Rande der Norm. Filme, Audiostationen, Fotos, Gegenstände und Tex­te zeigen die Geschichten der ausser­gewöhnlichen Charaktere auf. Besucherinnen und Besucher tauchen in der Sonderausstellung ein in Ur­näscher Dorfgeschichten, erfahren Spannendes über Sitten und Gebräuche, begegnen Originalen oder erinnern sich an ähnliche Persönlich­keiten aus dem eigenen Le­ben.

 

Mit den Geschichten der Urnäscher Dorforiginalen greift die Ausstellung im Brauchtumsmuseum am Dorfplatz gesell­schaftlich relevante Themen auf und beleuchtet Fragen: Wie entstehen Dorfgeschichten? Was macht Menschen einzigartig? Was definiert sie als Dorforiginal? Finden sich dazu Geschichten in der Literatur? Lange vor den sozialen Medien sind Stammtisch und Waschplatz die Gerüchteküchen eines Dorfes. Da wird ausgeplaudert, ausgeschmückt, dazu erfunden und Neues kreiert. Das Waschhaus mitten im Dorf ist heute alt und baufällig, erinnert aber noch an die Wasch­tage von einst. Ein Beispiel einer Stammtisch-Geschichte ist die von Teller-Eva. Ein Bauer beobachtet, wie Emma Knöpfel (1889-1985) unbekleidet in den grossen Brunnen im Gebiet Teller steigt. Schnell muss er in die Wirtschaft im Tal und davon erzählen. Seither heisst Emma Knöpfel nur noch Teller-Eva.

 

Die Übernamen der Protagonis­ten sind fantasievoll. Wir begegnen beispielsweise Emma Nabulon (1906-1998), Huenze n Emme genannt. Die Augen von Strassenkehrer Blaari Alder, mit bürgerlichem Namen Jakob Alder (1918-1993), trä­nen schnell. Zäbi, eigentlich Hans Alder (1901-1984), arbeitet im Strassenunterhalt. Sein Name dürfte sich von zä­bele, schnellem Gehen in kurzen Schritten, ableiten. Alkohol ist in einigen Geschich­ten im Spiel. Der Zuname Schnaps-Hannes ist nicht sehr einfallsreich und dürfte für direkt Betroffene grenzwertig sein. Gewisse Episoden sind regional bestimmt, so der auf den Kaminen zäuerlende Kaminfeger. Andere Begebenheiten könnten sich ebenso gut woanders als in Urnäsch abspielen, wie die vielerorts belieb­ten Geschichten über starke Männer. In Urnäsch sind es die Streiche des Johann Mösli (1885-1952), der Starke Mösli genannt.

 

Geschichten zu speziellen Persönlichkeiten werden auch gerne von Kindern gelesen. So etwa Pippi Langstrumpfs ausserordentliche Streiche. Einzelne Abenteuer Pippis sind vergleichbar mit Urnäscher Begebenheiten. Ein Suchspiel zum Ausmalen führt die kleineren Ausstellungsbesuchenden auf die Spuren von Ge­meinsamkeiten der fiktiven und der einst realen Personen.
 

Vernissage

Samstag, 24. März 2018, 14.00 Uhr, in der evangelischen Kirche Urnäsch mit anschliessendem Ausstellungsbesuch und Apéro im Appenzeller Brauchtumsmuseum

Begleitveranstaltungen im Museum

Donnerstag, 12. April 2018, 19.00 Uhr: Urnäscher Filmgeschichten mit Willi Martin

Mittwoch, 24. Oktober 2018, 19.00 Uhr: 00 Uhr: Urnäscher Dorfgeschichten mit Esther Ferrari  

Öffentliche Führungen

Sonntag, 13. Mai 2018, 11.00 Uhr (Internationaler Museumstag)

Samstag, 15. September 2018, 14.00 Uhr (Alpabfahrt)

 

Flyer